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Warum Führungskräfte scheitern – und was wirklich dahintersteckt

Die meisten Führungskräfte scheitern nicht, weil sie schlechte Menschen sind. Sie scheitern, weil sie für eine Aufgabe befördert wurden, auf die sie niemand vorbereitet hat. Drei Gründe stecken fast immer dahinter: das Peter-Prinzip, eine fehlende Bindung zu den Mitarbeitern und Seminare, die unter Laborbedingungen stattfinden und im Alltag verpuffen.

Ich schreibe das nicht als Theoretiker. Ich war selbst CEO und COO eines Marktführers. Ich kannte sämtliche Studien, sämtliches Handwerkszeug. Und dann stand ich da und dachte: Ich weiß überhaupt nicht, wie ich das alles anwenden soll. Genau darum geht es hier.

Grund 1: Das Peter-Prinzip – wir befördern bis zur Inkompetenz

Das Peter-Prinzip ist schnell erklärt: Ein Mitarbeiter macht gute Arbeit, wird befördert, macht weiter gute Arbeit, wird wieder befördert – so lange, bis er auf einer Stufe sitzt, für die er nicht mehr kompetent ist. Denn wäre er weiterhin kompetent, würde er ja weiter befördert.

Auf gut Deutsch: Wir befördern unsere besten Mitarbeiter bis zum Maximum der eigenen Inkompetenz.

Der Denkfehler steckt schon in der Beförderung. Nur weil jemand fachlich der Beste ist, heißt das nicht, dass er führen kann. Die Excel-Tabellen kann die neue Führungskraft weiterhin top bearbeiten. Dass sich ihre Mitarbeiter wohlfühlen, ist aber mindestens genauso wichtig – und das hat ihr nie jemand beigebracht.

Grund 2: 85 % haben keine Bindung – die unbequeme Zahl

Jetzt die Zahl, die wehtut: 85 % aller Arbeitnehmer haben keine oder nur eine geringe Bindung zum Unternehmen. Heißt im Umkehrschluss: Nur 15 % fühlen sich wirklich zugehörig. Und gleichzeitig reden alle vom Fachkräftemangel. Das passt nicht zusammen – und es ist kein Zufall.

Stell dir einen dünnen Faden vor, der dich mit jedem deiner Mitarbeiter verbindet. Dieses Band ist dir am Anfang geschenkt, aber es ist hauchdünn. Und was passiert mit dünnen Bändern, wenn man an ihnen zieht? Sie reißen. Immer wenn du dafür sorgst, dass sich jemand in deiner Nähe wohlfühlt, wird dieses Band ein Stück dicker und reißfester.

Eine überforderte Führungskraft zieht stattdessen am dünnen Band – mehr Druck, mehr Kontrolle. Und dann reißt es.

Grund 3: Das Seminar funktionierte – und montagsmittags trotzdem nicht

Jetzt der Teil, bei dem ich mir selbst ans Bein fasse, weil ich auch Seminare gebe. Montags im Seminarraum: „Wow, das Modell ist genial!" Montagsmittag im Büro: „Äh … funktioniert irgendwie nicht." Der Grund ist simpel: Ein Seminar findet immer unter Laborbedingungen statt. Im Rollenspiel antwortet der Kollege genau so, wie es das Modell vorsieht. In der Realität macht das kein Mitarbeiter.

Und dann fragen sich alle: Woran liegt's? Die ehrliche Antwort: Der Mitarbeiter entscheidet, was er braucht – nicht irgendeine 50 Jahre alte Theorie. Deshalb scheitern Führungskräfte selten am Wissen. Sie scheitern an der Übersetzung von Theorie in Alltag.

Woran man eine überforderte Führungskraft wirklich erkennt

  • Sie sucht den Fehler reflexartig beim Mitarbeiter, nie bei sich.
  • Sie sammelt immer neue Theorien und Tools, statt einmal zu fragen: „Was brauchst du von mir, damit du gute Arbeit leisten kannst?"
  • Sie verteilt Aufgaben mit „Jemand müsste mal …" – statt verbindlich zu sein.
  • Die Fluktuation und der Krankenstand im Team steigen, und keiner verbindet es mit der Führung.

Was wirklich gegen das Scheitern hilft

Kurz: nicht noch ein Zwei-Tages-Seminar, sondern Begleitung, die bis in den Alltag reicht. Genau dafür gibt es bei der Akademie Wissen das Konzept Coachsulting: Wir kommen nach vier bis sechs Wochen noch einmal in die Firma. In den Alltag. Wenn's brennt. Im FKEP Complete verpacken wir das in 12 Monate: 5 aus 12 Modulen, ein fester Haupttrainer, regelmäßige Coaching-Calls und Coachsulting vor Ort.

Was eine überforderte Führungskraft das Unternehmen kostet

Schlechte Führung schlägt sich in echten Zahlen nieder: Fluktuation, Krankenstand, Produktivitätsverlust, abwandernde Leistungsträger. In Summe geht das schnell in den Bereich von 85.000 bis 115.000 € pro Jahr und betroffenem Mitarbeiter. Gemessen daran ist Entwicklung keine Ausgabe, sondern die günstigere Variante.

Florian Rejmanski

Florian Rejmanski

Gründer der Akademie Wissen, TOP 100 Trainer Deutschlands (Speakers Excellence 2023, 2024, 2025), ehem. CEO und COO. Führungskräfteentwicklung aus der Praxis.

Häufige Fragen

Weil sie für ihre fachliche Leistung befördert wurden, nicht für ihre Führungsfähigkeit (Peter-Prinzip). Führung ist eine eigene Disziplin – und die lernt man nicht nebenbei.
Ja. Aber nicht an einem Wochenende und nicht über Theorie allein. Führung lernt man, indem man Werkzeuge bekommt und begleitet wird, wenn man sie im echten Alltag anwendet.
Ein Seminar findet unter Laborbedingungen statt. Coachsulting bedeutet: Der Trainer kommt nach dem Seminar in die Firma und löst die realen Situationen direkt vor Ort mit.

Führungskräfteentwicklung, die im Alltag ankommt.

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