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Toxische, schlechte, unfähige Führung – woran man sie erkennt (und was sie kostet)

Schlechte Führung erkennt man nicht am lauten Ton, sondern an drei Mustern: Der Chef sucht den Fehler immer beim Mitarbeiter, er zieht ständig am Band statt es zu stärken, und in seinem Team steigen Fluktuation und Krankenstand. Toxisch wird Führung erst dann, wenn Angst zum Führungsinstrument wird.

Schlecht ist nicht gleich toxisch

Die meisten „schlechten" Führungskräfte sind nicht böse – sie sind überfordert. Klassisches Peter-Prinzip: fachlich befördert, auf Führung nie vorbereitet. Toxisch wird es erst, wenn jemand bewusst durch Angst, Abwertung oder Kontrolle führt. Der Unterschied ist wichtig, weil überforderte Führung sich entwickeln lässt – toxische Führung braucht oft eine klarere Konsequenz.

Die Warnsignale

  • Der Fehler liegt grundsätzlich beim anderen, nie bei der Führungskraft.
  • Aufgaben werden unverbindlich verteilt: „Jemand müsste mal …".
  • Zuhören findet nicht statt – außer es bestätigt die eigene Meinung.
  • Gute Leute gehen, der Krankenstand steigt – und niemand zieht die Verbindung zur Führung.

Der IDF-Index – wo steht dein Team?

Stell dir ein Koordinatenkreuz vor: Auf der einen Achse die Identifikation mit dem Unternehmen, auf der anderen die Leistung. Daraus ergeben sich vier Typen. Oben rechts der „Ich bin die Firma"-Typ: hohe Identifikation, hohe Leistung. Oben links die Verbitterten: hohe Identifikation, aber gesunkene Leistung – oft innerlich gekündigt. Unten rechts die Söldner: hohe Leistung, geringe Identifikation.

Und genau hier passiert der Fehler: Die Führungskraft gibt dem Söldner mehr Arbeit und damit mehr Wissen – und ruckzuck hat sie eine Wissensinsel geschaffen, von der sie abhängig ist.

Was schlechte Führung wirklich kostet

85 % der Arbeitnehmer haben keine echte Bindung zum Unternehmen – und Führung ist der größte Hebel dafür. In Zahlen: Schlechte Führung kostet ein Unternehmen schnell 85.000 bis 115.000 € pro Jahr und betroffenem Mitarbeiter, über Fluktuation, Krankenstand und Produktivitätsverlust. Das ist kein weiches Thema. Das ist eine Bilanzposition.

Die gute Nachricht: schlecht heißt nicht hoffnungslos

Das Wichtigste für jede Führungskraft ist die Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren – so ehrlich zu sein und auch mal zu sagen: Das war heute schlecht, und vielleicht lag es an mir. Wer das kann, ist entwickelbar. Und ganz ehrlich: Ein authentischer, manchmal kantiger Chef ist immer noch besser als ein verlogener Sympath. Authentizität schlägt Fassade.

Florian Rejmanski

Florian Rejmanski

Gründer der Akademie Wissen, TOP 100 Trainer Deutschlands (Speakers Excellence 2023, 2024, 2025), ehem. CEO und COO. Führungskräfteentwicklung aus der Praxis.

Häufige Fragen

Schlechte Führung ist meist Überforderung – sie lässt sich entwickeln. Toxische Führung nutzt Angst und Abwertung bewusst als Mittel und braucht eine klarere Grenze.
Ja, wenn die Bereitschaft zur Selbstreflexion da ist und sie im Alltag begleitet wird – nicht nur im Seminarraum.
Das Verhalten sachlich dokumentieren, das Gespräch suchen und – wenn nötig – interne Stellen wie HR oder den Betriebsrat einbinden. Bei rechtlichen Fragen ist fachkundiger Rat sinnvoll.

Führungskräfteentwicklung, die im Alltag ankommt.

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